Das Blog deliberator.org ist umgezogen und hat nun die neue Adresse http://blog.deliberator.org. Mich hatten die häufigen WordPresse-Updates wegen Schlupflöchern genervt und als dann manipulierte Versionen auf dem WordPress-Downloadserver auftauchten, hatte ich die Nase voll. Damit will ich mir nicht meinen Server aufmachen lassen.
Und so bin ich jetzt mühsam umgezogen zu Blogger.com, einer Tochter der Datenkrake Google. Alle bisherigen Kommentare sind dem Umzug zum Opfer gefallen, aber wer kommentiert hier auch.
Mal sehen, wie’s läuft.
Baustelle
Dieses Blog migriert gerade weg von WordPress und ist daher eine Baustelle.
12
Herbert Grönemeyers neuste Platte ist seit heute draußen: 12. Bei einem größeren Online-Medienversand kommentiert er seine Lieder, damit keiner nachher sagen kann, er hat nicht verstanden, was der Künstler damit sagen will. Und gegenüber dem letzten Album hat Grönemeyer oder auch EMI gelernt, dass Kopierschutz ein Unding ist. Grund genug für mich seit langem mal wieder eine CD zu kaufen.
Bild ist zum Kotzen
Die Überschrift ist vielleicht banal, aber passend. Der BLÖD-Kolumnist Wagner musste mal wieder zeigen, dass er das mit dem Rechtsstaat nicht verstanden hat. Erschreckendes zitiert Telepolis im Artikel »Der Bremer Türke ist für mein Leben nicht so wichtig«:
»Der ständige Bild-Kolumnist H. J. Wagner stellt allerdings keine Fragen. In seinem Brief (2) vom 31.1.07 stärkt er Steinmeier den Rücken und verhöhnt das Opfer:
›Das Herzeleid singt sein Hohelied vom unschuldig, in Ketten gehaltenen, gefolterten Bremer Türken in Guantánamo – und zeigt mit den Fingern auf Sie. Sie hätten den Häftling erlösen, befreien können. Sie haben es aber nicht gemacht. Ich hätte es übrigens auch nicht gemacht.
Sie liegen in Ketten, aber da war der 11. September 2001. Die Attentäter vom 11. September waren arabische Hamburger Studenten. Sie waren unauffällig und nett. Sie haben bei Aldi und Kaisers eingekauft. Niemand sah es ihnen an, dass sie Massenmörder werden.
Ich finde es absolut korrekt, wenn Sie sich im Zweifel für die Sicherheit entscheiden. Der Bremer Türke ist für mein Leben nicht so wichtig. Wichtig ist für mich die Sicherheit.‹«
Ein verspäteter guter Vorsatz für dieses Jahr: Meinen Arbeitgeber darin bestärken, nichts mit oder bei der BILD zu machen. Stattdessen vielleicht mit dem BILDblog., die treffend titelten: »Im Zweifel gegen den Angeklagten«.
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Verfassung schützen
Mit einem offenen Brief will Pascal Gienger die Kanzlerin überzeugen, den Bundesinnenminster »entweder zur Räson zu rufen oder ihn durch einen Menschen zu ersetzen, der die Sicherheit in unserem Lande durch Maßnahmen sicherstellen kann, die unserem Verfassungswesen entsprechen«. Ein bedeutender Wunsch, wenn man bedenkt, was aus dessen Mund in den letzten Monaten so alles herausgekrochen kam. Also: lesen und mitunterzeichnen!
Via The Lunatic Fringe
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Bahn kommt einem telefonisch teuer
»Die Bahn kommt.« Dass der Staatskonzern diesen Slogan als Abbinder seiner Werbung nutzt, hat mich noch nie richtig überzeugt. Ich muss immer unwillkürlich polemisch ergänzen »… nur wann?«.
Konkreter Anlass für meine heute fehlende Freude über das Unternehmen mit dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel ist der fehlgeschlagene Versuch, Reservierungen für einen Ausflug nach Preußen zu ergattern.
Teuer zu stehen kommt einem nämlich die Bahn, wenn man bei ihr telefonisch einkauft: Neben den ohnehin überdenkenswerten 28 € reinen Reservierungsentgelte für einen Ausflug der vierköpfigen Familie durfte ich auch noch 39 Cent pro »angef. Min« für den Bestellanruf zahlen.
Warum ich überhaupt angerufen habe? Weil wir gerne Plätze im Kleinkindabteil gehabt hätten, die man online nicht buchen kann. (Warum?) Im übrigen war der Anruf nicht erfolgreich. Nach zehn Minuten Telefongespräch (Wir hatten uns, was die Termine betrifft, falsch verstanden, die Dame hatte Probleme, meine Kontodaten zu erfassen, Adresse wollte Sie auch noch, u.v.a.m.) brach ich ab, schließlich hatte ich ein Reservierungsentgelt bereits vertelefoniert. Immerhin hatte ich erfahren, dass sowieso kein Platz mehr im gewünschten Abteil da war. Da konnte ich dann auch bequem online buchen.
Gibt es in der freien Wirtschaft ein Unternehmen, dass derart teure Bestellhotlines hat?
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Die Abmahnung des Saftblogs durch den Deutschen Olympischen Sportbund (law blog: »Das ist so abgedreht, da könnte Doping im Spiel sein.«) ist Auslöser für eine Petition zur Streichung des Gesetzes zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Ringe (OlymSchG). Ich wusste nicht mal, das es ein solches Ausnahmegesetz gibt. Beeindruckt hat mich aber dann, dass es erst von 2004 stammt. Also: für den olympischen Gedanken und gegen das IOC/NOK unterzeichnen.
Bereits auf dem 22C3 gab es für RaucherInnen folgende Ansage:
»But for the rings we want to improve the situation and discussed many suggestions in the last months. As the technical solution for this problem is way to expensive for us – as nerds, we would prefer that of course – we had to find a social one. So here it is: We kindly ask everyone not to smoke in the building. If you really have to smoke, do so, but keep in mind that you show everyone that you are an addict with no sense of social behavior and someone might remind you on our social solution for the smoking situation. We hope you do understand.«
Und, welcher Nichtraucher hätte es gedacht, es funktionierte. Der Erfolg soll nun auf dem 23C3 wiederholt werden. Schön wäre es, wenn das überall im öffentlichen Raum funktionieren würde. Aber das kriegen die RaucherInnen wohl leider kopfmäßig nicht auf die Reihe.
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So ’ne Messe, die ist lustig
Die Langeweile auf dem alljährlichen dienstlichen Messeauftritt beendet mal wieder eine Blogpause. Zu schön sind die Impressionen, die wenigstens für ein bisschen Kurzweil sorgen.
- Es gibt Äpfel auf dem Stand. Ein Senior hätte gerne einen und fragt: »Einen für Mama?«
- Ein von Abgreifern genervter Mitarbeiter zum Kollegen: »Lass uns die Kulis wegräumen, dann haben wir Ruhe.«
- Auf dem Gang zwischen den Ständen raunt ein Besucher zum anderen: »Ich bin hauptsächlich hier, um Kulis zu sammeln.«
Schon bedenkenswert, was für einen hilflosen Humor man schon am ersten Tag auf einem Messestand entwickelt. Die weitere Zeit war so schlimm, dass ich dazu nichts mehr schreiben kann.
Da freut man sich, dass es die Polizei gibt: Beamte halten Nazis in Schach.